„Hier draußen wendest du dich dem Schmerz zu, wenn er dich zerreißt, und du lässt ihn. Und wenn du das tust, wird es dem Teufel langweilig. Er sucht sich eine andere Seele, um sie zu fressen. Und du darfst wieder leben.“– Elsa, 1883, S1E6 (Dem Teufel wird langweilig)
Dieses Zitat von Elsa aus der großartigen Yellowstone-Prequelserie 1883, die erfreulicherweise nicht den brutalen Nihilismus ersterer teilt, drückt, in der Elsas Reflexionen eigenen Poesie, eine fundamentale psychologische Wahrheit aus.
Wie bereits der Vater der modernen Psychotherapie, Sigmund Freud, postulierte und die moderne psychologische Forschung empirisch zeigen kann, erfolgt die Verarbeitung von Trauer und Schmerz und damit auch die Heilung von Traumatisierung, durch die bewusste Konfrontation mit den Gefühlen (Emotional Processing Theory, Foa & Kozak, 1986). Wenn wir uns dem Schmerz bewusst zuwenden, statt ihn zu vermeiden oder zu betäuben, wird die angst- und traumageprägte Gedächtnisstruktur aktiviert und neue Informationen, z.B. dass es jetzt sicher ist, oder, wie in Elsas Fall, dass die Welt, in Form der nordamerikanischen Prärie, auch nach dem Tod des über alles geliebten Menschen, weiterhin voller Schönheit und Abenteuer ist, können, einhergehend mir positiveren Emotionen, integriert werden.
Der Langeweile des Teufels entsteht durch das psychologische Phänomen der Habituation (Gewöhnung) – die emotionale Intensität nimmt ab, wenn wir aushalten, was wir fürchten, ohne in Vermeidungsmuster zu verfallen. Die Vermeidung – der Versuch, den Teufel fernzuhalten – füttert ihn beständig, indem sie die Heilung des primären Schmerzes verhindert. Das bewusste Hinschauen und Fühlen, nimmt dem Teufel seinen Schrecken und lässt ihn nach und nach verhungern.